Die Millenniums-Entwicklungsziele
im Südlichen Afrika



Tansania

Ziel 1: Beseitigung der extremen Armut und des Hungers

Nach offiziellen Angaben lebten 2001/2002 36% der Einwohner Tansanias unterhalb der nationalen Armutsgrenze, davon die meisten in ländlichen Gebieten. 1991/92 waren es noch 39% gewesen. Wenn der Anteil der absolut Armen nicht in deutlich größerem Tempo sinkt, wird das Millenniumsziel nicht erreicht. Berücksichtigt man das Bevölkerungswachstum, wird noch deutlicher, wie weit das Land von den Zielen entfernt ist. Trotz des prozentualen Rückgangs der Zahl der Armen hat sich ihre absolute Zahl in den 1990er Jahren von 9,5 auf 11,4 Millionen Menschen erhöht.

1991/92 lebten 22% der Einwohner ohne ausreichende Ernährung, 2000/ 2001 waren es noch 19% gewesen. Die Zahl der unterernährten Kinder ist mit 25% weiterhin sehr hoch. Eine Hauptursache ist, dass sich die Nahrungsmittelproduktion pro Einwohner seit Ende der 1970er Jahre um 32% vermindert hat, für ein Agrarland eine katastrophale Entwicklung. Zum quantitativen Defizit kommen Defizite bei der Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen hinzu. Wie prekär die Versorgungssituation ist, zeigte sich im Mai 2005, als eine Viertelmillion Menschen im Norden des Landes nach ausgebliebenen Regenfällen auf internationale Nahrungsmittelhilfe angewiesen war.

Eine besonders von Hunger und Armut bedrohte Gruppe sind die etwa 400.000 Flüchtlinge aus Nachbarländern im Westen Tansanias. Das Land war Jahrzehnte lang für seine vorbildliche Flüchtlingspolitik bekannt. In den letzten Jahren hat sich die Situation jedoch drastisch verschlechtert. Hauptgrund dafür ist, dass das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) nicht mehr über ausreichende Mittel verfügt, um die Flüchtlinge ausreichend mit Lebensmitteln zu versorgen. 37% der Flüchtlingskinder waren nach einer WFP-Untersuchung im Jahre 2005 chronisch mangelernährt, bei 23,4% war das Gewicht zu gering. Ein Mitarbeiter kündigte an, dass die Flüchtlinge im Juli und August 2005 nur 65% der erforderlichen täglichen Nahrungsmittel erhalten würden, und dieser Wert werde noch weiter sinken, wenn die Geberländer keine zusätzlichen Mittel bereitstellen sollten.

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