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Swasiland
Ziel 8: Aufbau einer weltweiten Entwicklungspartnerschaft
Der Umfang der Exporte entspricht zwei Dritteln des Bruttosozialprodukts. Die Wirtschaft von Swasiland ist also stark vom Außenhandel abhängig. Die geringe Bevölkerungszahl und die niedrige Kaufkraft im Inland machen es schwierig, diese Abhängigkeit zu vermindern.
Swasiland wird international in die Kategorie der "lower middle-class"-Länder eingeordnet, was den Umfang der Entwicklungshilfeleistungen einschränkt. Hinzu kommt, dass die schwierige politische Situation Swasiland zu einem Land gemacht hat, das recht wenig internationale Hilfe erhält. Das trägt umgekehrt dazu bei, dass die Auslandsverschuldung des Landes relativ gering ist (18% des Bruttosozialprodukts) und dass der Schuldendienst 2000 lediglich 2,3% betrug. Ohne grundlegende politische Veränderungen erscheint es als unwahrscheinlich, dass Swasiland auf mehr internationale Hilfe rechnen kann, abgesehen von Nahrungsmittelhilfe bei Dürrekatastrophen.
Swasiland erhält nur geringe Mittel im Rahmen deutscher Entwicklungszusammenarbeit. Die Bilanz weist für das Jahr 2003 ein Minus von 1,8 Millionen Euro aus, bedingt durch die Rückzahlung früherer Kredite. Die EU stellte 8,9 Millionen Euro bereit, einer der niedrigsten Werte in Afrika, lässt man sehr kleine Staaten wie die Seychellen unberücksichtigt.
Swasiland profitierte wie Mosambik, Mauritius und 15 andere Länder in Afrika, der Karibik und des pazifischen Raums drei Jahrzehnte lang von einer Vereinbarung mit der EU, nach der sie ihren Zucker zu einem Preis in den europäischen Wirtschaftsraum exportieren konnten, der dem Preis entsprach, der europäischen Bauern gezahlt wurde. Das Ende dieser Vereinbarung bedeutet für die Bauernfamilien, die in Swasiland Zuckerrohr anbauen, eine wirtschaftliche Katastrophe, weil sie mit ihren kleinen Feldern nicht mit den Großbetrieben konkurrieren können, die den Weltmarkt beherrschen. Der Zuckeranbau erbringt bisher 24% des Bruttosozialprodukts von Swasiland, beschäftigt 93.000 Menschen und schafft auch für deren Familienmitglieder eine Existenzgrundlage. Muzi Dlamini, Manager einer Zuckergenossenschaft, sagte im Juli 2005 einem Journalisten zum Zuckeranbau: "Für die Menschen ist dies nicht ein Geschäft, es ist das Leben." Angefügt sei, dass Swasiland in den letzten Jahren einen beachtlichen Textilsektor aufgebaut hat, der durch den Wegfall des bevorzugten Zugangs zu den europäischen und nordamerikanischen Märkten bereits wieder zusammenzubrechen droht.
Wie interne Probleme und externe Abhängigkeit auf eine negative Weise zusammenwirken, zeigte sich im April 2005 in der Frage der Fleischexporte in die EU. Die EU stoppte den Import von Fleisch aus Swasiland, weil eine Dokumentation der Herkunft und der Impfungen der Tiere fehlte. Dies lag offenbar an lückenhaften Unterlagen in den Behörden. Verlierer waren aber die Viehzüchter des Landes, die ihren attraktivsten Markt verloren. Die Fleischpreise fielen im Land schlagartig um 14%. Hintergrund für die unzureichende Dokumentation und Qualitätskontrolle ist nicht nur schlechte Arbeit in den Behörden, sondern auch eine fehlende EU-Unterstützung beim Aufbau eines lückenlosen Nachweissystems. Botswana und Namibia hatten eine solche Unterstützung erhalten. Das undemokratisch regierte Swasiland war davon ausgeschlossen worden. Im Umgang mit despotisch regierten Regimen gibt es viele Fallstricke, wenn man nicht die breite Bevölkerung treffen will.
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