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Swasiland
Ziel 1: Beseitigung der extremen Armut und des Hungers
Schätzungsweise 66% der Bevölkerung lebt unterhalb der offiziellen Armutsgrenze von etwa 0,4 Dollar pro Tag. Auf dem Lande beträgt der Anteil der Armen sogar 84%. Dazu trägt die hohe Arbeitslosigkeit von mehr als 20% wesentlich bei. Verschärft wird die Situation durch krasse Einkommensunterschiede zwischen Arm und Reich. Die wohlhabendsten 10% der Bevölkerung kontrollieren 40% des Volkseinkommens, die ärmsten 40% hingegen nur 14%. UNDP-Zahlen weisen aus, dass Swasiland eines der fünf Länder der Welt mit den größten Unterschieden zwischen Arm und Reich ist. Nach Schätzungen des Internationalen Währungsfonds leben zwei Drittel der Bevölkerung von weniger als einem Dollar am Tag. Eine Befragung der "Commonwealth Foundation" ergab 2000, dass die Bürger Swasilands ihre Heimat nicht als gute Gesellschaft ansahen, weil es so viel Armut gebe und die Kluft zwischen Arm und Reich wachse. Auch würden ältere Leute und Jugendliche mit Behinderungen ausgeschlossen.
Das Ziel der Regierung ist es, den Anteil der Armen an der Bevölkerung bis 2015 auf 30% zu vermindern und bis 2022 auf 0 zu bringen. Es muss nach den Erfahrungen der letzten Jahre allerdings bezweifelt werden, ob die propagierte "pro-poor"-Strategie auch tatsächlich in praktische Politik umgesetzt werden wird. Die Regierung verfolgt eigene "Millenniums-Projekte", darunter der Bau eines teuren internationalen Flughafens, obwohl die Flughäfen von Johannesburg und Maputo in der Nähe sind und zudem das Fluggastaufkommen in Swasiland gering ist.
Im Jahre 2000 hatten 10% der Kinder unter fünf Jahren Untergewicht, 2% sogar ein bedrohliches Untergewicht. Diese Zahlen weisen auf eine gravierende Mangelernährung hin. Eine Untersuchung aus den 1990er Jahren hat gezeigt, dass viele ländliche Familien so wenig landwirtschaftliche Produkte erzeugen, dass diese nicht für die Ernährung der Haushaltsmitglieder für das ganze Jahr reichen. Die Familien sind also auf Geldzuweisungen aus der Stadt (etwa von dem dort arbeitenden Ehemann) oder auf Hilfe von außen angewiesen, um Hunger und Mangelernährung zu vermeiden. Wenn in einem Jahr wie 2002 die Ernte gegenüber dem Vorjahr um 18% abnimmt, verschärft sich die Ernährungskrise dramatisch. Bis zu einem Viertel der Bevölkerung hängt dann von Nahrungsmittelhilfen des "World Food Programme" ab. Dadurch, dass immer mehr Frauen sich um AIDS-Patienten in ihrer Familie kümmern müssen oder selbst erkranken, werden die Anbaumöglichkeiten und damit die Ernährungssicherheit weiter vermindert. Der Länderbericht Swasiland zu den Millennium-Entwicklungszielen kam 2003 zum Ergebnis, dass es unwahrscheinlich sei, dass Swasiland die Zahl der Hungernden bis 2015 halbieren kann. Eine Mission der Welternährungsorganisation WHO stellte im Juni 2005 fest, dass sich der Maisverbrauch armer Familien seit Jahren vermindert, ohne dass es dafür einen nennenswerten Ersatz bei der Ernährung gegeben hat.
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