Swasiland
Swasiland gehört mit einer Fläche von 17.364 Quadratkilometern und etwas mehr als einer Million Einwohnern zu den kleinsten afrikanischen Ländern und hat zudem als Binnenland besondere Probleme wie hohe Transportkosten und Abhängigkeit von Nachbarstaaten. Trotzdem gelang in den zurückliegenden Jahren der Aufstieg auf Platz 100 (von 177 Staaten) beim internationalen Vergleich der Prokopfeinkommen (2003: jährlich 1.083 US-Dollar). Bei der Berechnung des "Human Development Index" nimmt Swasiland allerdings nur Platz 147 ein.
Swasiland ist die einzige absolutistisch regierte Monarchie im Südlichen Afrika. König Mswati III. regiert auf der Grundlage eines Dekrets seines Vaters aus dem Jahre 1973, mit dem die demokratischen Institutionen aufgelöst und alle Parteien verboten wurden. Die meisten Mitglieder des Parlaments werden seither vom König ernannt. Als sich der König im Jahre 2002 über eine Entscheidung des Obersten Gerichts hinwegsetzte, traten die Richter aus Protest geschlossen zurück. Demonstrationen und Streiks der Opposition sowie einzelne Bombenanschläge zeugen von der politischen Instabilität des Landes. Die vom König Mitte des Jahres 2005 unterzeichnete neue Verfassung ändert nichts an der politischen Situation, weil die letzte Entscheidung in allen Fragen beim König bleibt. Eine internationale Menschenrechtsorganisation hat im Juli 2005 gezielte Sanktionen gegen das Regime in Swasiland gefordert. Als Begründung stellte die "International Crisis Group" in einem Bericht die Beseitigung demokratischer Formen der Mitwirkung und die unverantwortlichen und korrupten Praktiken der Regierung heraus. Auch amnesty international musste sich in den letzten Jahren wiederholt mit gravierenden Menschenrechtsverletzungen in Swasiland beschäftigen.
Im Lande selbst, aber auch in den internationalen Beziehungen, werden das Verhalten und die Politik des Königs immer stärker zur Belastung und verhindern eine an den Bedürfnissen der Armen orientierte Entwicklung. So forderte der König Anfang 2004 -- in einer Zeit großer wirtschaftlicher Probleme und internationaler Nahrungsmittelhilfe für ein Viertel der Bevölkerung -- vom Parlament die Bewilligung von umgerechnet acht Millionen Pfund für den Bau von elf Palästen für seine Frauen sowie die Renovierung seines eigenen Palastes. Der Finanzminister wurde angesichts eines hohen Staatsdefizits in der Presse mit den Worten zitiert: "Es ist kein Geld vorhanden, aber weil dies für den König ist, wird etwas getan werden." Dass der König vorher ein deutsches Maybach-Luxusauto für umgerechnet eine halbe Million US-Dollar gekauft hatte, hat im Ausland die Bereitschaft nicht erhöht, Entwicklungshilfemittel für Swasiland bereitzustellen.
UNDP-Daten zu den Millenniumszielen in Swasiland:
Zusatzinfo 1
Zusatzinfo 2
Weltbank-Daten zu den Millenniumszielen in Swasiland:
Zusatzinfo 3
Weitere Informationen zu Swasiland finden Sie auf der Webseite der
Informationsstelle Südliches Afrika.
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