Die Millenniums-Entwicklungsziele
im Südlichen Afrika



Südafrika

Ziel 8: Aufbau einer weltweiten Entwicklungspartnerschaft

Das Apartheidregime war 1994 nicht nur politisch, sondern auch wirtschaftlich am Ende. Deshalb war das Land auf einen 850 Millionen Dollar-Kredit des Internationalen Währungsfonds angewiesen. Die Bedingungen des IWF für diesen Kredit wurden von 1995 an zu einer schweren Hypothek für das neue Südafrika. Dem Land wurde verordnet, Importzölle zu senken, die Unternehmenssteuern von 48 auf 30% zu senken, die Sozialausgaben zu begrenzen, die Zahl der Staatsangestellten zu vermindern und staatliche Unternehmen zu verkaufen, etwa im Wasser-, Elektrizitäts- und Telefonbereich. Die Staatsquote sollte gesenkt werden. Diese neoliberalen Rezepte wurden bekanntlich auch anderen afrikanischen Ländern aufoktroyiert, im Falle Südafrikas wurden sie zu einem Zeitpunkt wirksam, als eigentlich eine Politik zugunsten der verarmten schwarzen Bevölkerung beginnen sollte. Die Folge war, dass es statt zu einer Überwindung der Kluft in der südafrikanischen Gesellschaft zu noch stärkeren sozialen Unterschieden und zu einer großen Unzufriedenheit in der schwarzen Bevölkerungsmehrheit kam. Es muss gefragt werden, ob solche falschen und gefährlichen Wirtschaftsrezepte dem Land nicht mehr geschadet haben, als die westliche Hilfe ihm genützt hat. Für die Erreichung der Millenniumsziele waren die vom IWF verordneten Maßnahmen genau der falsche Weg.

Südafrika hat dennoch ein großes Wirtschaftspotenzial, allein schon wegen seines Reichtums an Gold und anderen Edelmetallen, aber auch wegen der großen Zahl gut ausgebildeter Fachkräfte. Auch im IT-Bereich ist Südafrika das eindeutig führende Land der Region. Das kommt darin zum Ausdruck, dass 2002 107 von 1.000 Einwohnern einen Telefonanschluss hatten und sogar 304 ein Mobiltelefon.

Wegen dieser Wirtschaftskraft ist die Abhängigkeit von ausländischen Krediten und Entwicklungsgeldern sehr viel geringer als in den meisten anderen Ländern der Region. So hängt zum Beispiel Mosambik bei der Finanzierung seines Staats-etats zu etwa 75% vom Ausland ab, Südafrika nur zu 1 bis 1,5%. Südafrika erhielt 2003 36,5 Millionen Euro deutsche Entwicklungshilfe, etwa 0,80 Euro je Einwohner. Die EU stellte im gleichen Jahr 118,6 Millionen Euro zur Verfügung. Insgesamt erhielt Südafrika 2002 657 Millionen Dollar internationale Hilfe, 14,7 Dollar je Einwohner.

News

Länderinfo

Download
Zum Stand der
Umsetzung von:
Ziel 1
Ziel 2
Ziel 3
Ziel 4
Ziel 5
Ziel 6
Ziel 7

Ziel 8