Die Millenniums-Entwicklungsziele
im Südlichen Afrika



Südafrika

Ziel 6: Bekämpfung von HIV/AIDS, Malaria und anderen Krankheiten

Der südafrikanische Präsident Mbeki hat lange Zeit den Zusammenhang von HIV und AIDS bestritten, und seine Regierung hat deshalb bis Anfang des Jahrhunderts keine wirksame AIDS-Politik betrieben. Inzwischen wird ein Drittel aller Todesfälle in Südafrika auf AIDS zurückgeführt.303 Erst seit Anfang 2004 stehen staatliche Mittel für antiretrovirale Medikamente zur Verfügung, die die Krankheit zwar nicht heilen, aber ihren Ausbruch verzögern und das Leben der Kranken verlängern können. Die AIDS-Politik der Regierung hat vermutlich dazu beigetragen, dass Südafrika heute eines der Länder mit der höchsten Infektionsrate ist.

Mehr als 6,5 Millionen Menschen in Südafrika lebten nach Angaben des Gesundheitsministeriums Mitte 2005 mit HIV/AIDS, Anfang 2003 waren es erst 5,6 Millionen gewesen. Bei einer kürzlichen Untersuchung wurden 16.000 schwangere Frauen auf HIV/AIDS getestet. 30% der Frauen, die über 25 Jahre alt waren, hatten sich infiziert, unter den jüngeren Frauen waren es sogar fast 40%. Das lässt befürchten, dass sich HIV/AIDS in den letzten Jahren noch stärker ausgebreitet hat.

Damit sind kaum zu beschreibende menschliche Tragödien verbunden. Die große Zahl der AIDS-Toten hat aber auch gravierende wirtschaftliche Auswirkungen bis dahin, dass viele ärmere Familien einen erheblichen Teil ihres Einkommens dafür aufwenden müssen, zu den Kosten von Beerdigungen von Verwandten beizutragen. Umgekehrt verstärkt eine zunehmende Verarmung die Ausbreitung der Krankheit, wie Alison Munro vom AIDS-Koordinationsbüro der Katholischen Bischofskonferenz kürzlich festgestellt hat: "Menschen werden infiziert, weil sie kein Geld haben. Sie brauchen Geld, um Brot auf den Tisch zu bringen, und so tun sie alles, um zu überleben."

Ein Indiz dafür, dass die neue AIDS-Politik nur zögerlich umgesetzt wird, waren Ende Juli 2005 die Demonstrationen der AIDS-Organisation "Treatment Action Campaign" (TAC) gegen die zögerliche Behandlung von Kranken in der Eastern Cape-Region. In Queenstown würden nur 200 von 2.000 AIDS-Kranken lebensverlängernde Medikamente erhalten. Mehr als 50 Personen, die auf der Warteliste standen, seien in der Zwischenzeit verstorben. In einer TAC-Presseerklärung hieß es: "Die Krankenhausleitung zeigt keinerlei Eile oder Verantwortungsgefühl den sterbenden Menschen gegenüber." Die Kritiker der staatlichen AIDS-Politik verweisen darauf, dass Mitte 2005 erst 10-14% aller Menschen, die mit HIV leben, mit antiretroviralen Medikamenten behandelt wurden. Das Ziel der Weltgesundheitsorganisation WHO ist aber, bis Ende 2005 eine Behandlungsrate von 50% zu erreichen. Eine Studie in KwaZulu-Natal lässt darauf schließen, dass der Anteil von HIV positiven Kindern, die diese Medikamente erhalten, besonders gering ist. Zu denen, die mit großer Entschlossenheit gegen die Krankheit kämpfen, gehört der erste Präsident des freien Südafrika. Anfang Januar 2005 lud der 86-jährige Nelson Mandela die Presse zu einem Gespräch ein und begann es mit den Worten: "Wir haben Sie hierher gebeten, um mitzuteilen, dass mein Sohn an AIDS gestorben ist. Wenn wir darüber reden, werden die Leute aufhören zu denken, dass dies ein Fluch ist, durch den Menschen zur Hölle fahren."

News

Länderinfo

Download
Zum Stand der
Umsetzung von:
Ziel 1
Ziel 2
Ziel 3
Ziel 4
Ziel 5
Ziel 6
Ziel 7

Ziel 8