Die Millenniums-Entwicklungsziele
im Südlichen Afrika



Südafrika

Nach Jahrzehnten der Apartheid fanden im April 1994 die ersten freien Wahlen statt, an denen sich alle Südafrikanerinnen und Südafrikaner beteiligen konnten. Der ANC als erfolgreiche Befreiungsbewegung wurde zur wichtigsten politischen Kraft des neuen Südafrika und versucht seither, eine Politik zu betreiben, die die Einkommenskluft und die großen Unterschiede in den Lebensmöglichkeiten von schwarzer und weißer Bevölkerung überwindet. Dies ist teilweise gelungen, aber die hohe Arbeitslosigkeit erschwert die Verbesserung der ökonomischen und sozialen Situation großer Teile der schwarzen Bevölkerung. Beachtlichen Erfolgen der Regierungspolitik stehen große unerfüllte Erwartungen der ärmeren Bevölkerung gegenüber. Die vielen Protestdemonstrationen, besonders intensiv in der zweiten Maihälfte 2005, die bis zu Straßenblockaden und dem Anzünden von Barrikaden in Kapstadt und Port Elizabeth reichten, sind Ausdruck der wachsenden Unzufriedenheit. Ashwin Desai, ein Forscher vom "Centre for Civil Society" der Universität von KwaZulu-Natal, wertete diese Demonstrationen als "wirklichen Aufschrei über die Versäumnisse, die sehr sichtbar sind, und als Distanz zwischen Regierung und den gewöhnlichen Bürgern". Die 1995 von der demokratischen Regierung proklamierte "Strategie des Wachstums, der Beschäftigung und der Umverteilung" hat aus der Sicht vieler Armer nicht die erhofften Ergebnisse gehabt.

Mit 2.850 Dollar im Jahr hatten die mehr als 45 Millionen Südafrikanerinnen und Südafrikaner im Jahre 2003 das zweithöchste durchschnittliche Prokopfeinkommen im Südlichen Afrika (nach Mauritius). Mit Platz 120 nimmt das Land 2005 nach Mauritius den zweithöchsten Platz der Region beim "Human Development Index" ein. Bei der Rangfolge des Prokopfeinkommens steht Südafrika auf Platz 52. In dem großen Unterschied kommt zum Ausdruck, dass die Lebensqualität der schwarzen Bevölkerungsmehrheit immer noch weit hinter derjenigen der weißen Minderheit zurückbleibt, dass der Schatten der überwundenen Apartheid also immer noch über dem Land liegt. Die Lebenserwartung beträgt 45,7 Jahren, in Ägypten mit einem halb so hohen durchschnittlichen Prokopfeinkommen, liegt sie hingegen bei über 68 Jahren. Hinzu kommt, dass die Lebenserwartung in Südafrika in der ersten Hälfte der 1970er Jahre deutlich höher lag: bei 54 Jahren.

UNDP-Daten zu den Millenniumszielen in Südafrika:
Zusatzinfo 1
Zusatzinfo 2

Weltbank-Daten zu den Millenniumszielen in Südafrika:
Zusatzinfo 3

Weitere ausführliche Informationen zu Suedafrika finden Sie auf der Webseite der
Informationsstelle Südliches Afrika.

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