Die Millenniums-Entwicklungsziele
im Südlichen Afrika



Sambia

Ziel 8: Aufbau einer weltweiten Entwicklungspartnerschaft

Obwohl Sambia in den zurückliegenden Jahren mehrmals von Umschuldungen und einem partiellen Schuldenerlass profitiert hat, konnte erst 2005 ein wirksamer Schuldenerlass erreicht werden. Im Mai 2005 erließen die kreditgebenden westlichen Länder, die im "Pariser Club" zusammengeschlossen sind, Sambia Schulden in Höhe von 1,8 Milliarden US-Dollar. Damit verblieben gegenüber diesen Ländern nur Restschulden von 124 Millionen Dollar. Die Kreditgeber begründeten den Schulderlass mit den Bemühungen Sambias um eine Politik zur Reduzierung der Armut und wirtschaftliche Reformen mit dem Ziel eines nachhaltigen Wirtschaftswachstums. Wenn die multilateralen Schulden bei Weltbank, Afrikanischer Entwicklungsbank etc. zusätzlich zu den Schulden bei einzelnen westlichen Ländern gestrichen werden, bleiben Sambia lediglich noch 500.000 Dollar Schulden bei internationalen Kreditgebern und eine Milliarde Schulden bei inländischen Kreditgebern. Gemessen an den zeitweise 7,1 Milliarden Dollar Auslandsschulden ist dies eine große Entlastung. In sambischen Regierungskreisen bestand nach dem G8-Beschluss allerdings die Befürchtung, dass der Schuldenerlass an Bedingungen geknüpft wird.

Die Bevölkerung Sambias hat schon bisher einen hohen Preis dafür gezahlt, dass die Auflagen des Internationalen Währungsfonds für einen Schuldenerlass erfüllt wurden, insbesondere musste der Staatshaushalt drastisch reduziert werden, was wesentlich zulasten der Sozialausgaben ging. Im Juni 2004 unterstützte der UN-Gesandte zu AIDS in Afrika, Stephen Lewis, die sambische Regierung in ihrer Auffassung, dass der IWF flexibler im Blick auf die staatliche Haushaltspolitik sein müsse, um dem Land zu erlauben, mehr im Kampf gegen HIV/AIDS zu tun. Arme Familien, Frauen, Kinder, Waisen und andere Gruppen der Gesellschaft hätten wegen der einschränkenden Sparpolitik unvorstellbare Opfer bringen müssen. So sei das Gesundheitsministerium gezwungen gewesen, die Einstellung von Ärzten und Krankenschwestern zu stoppen, obwohl 20% aller Kommunal-Distrikte keinen Arzt und keine Krankenschwester hätten.

Mit 206,4 Millionen Euro gehörte Sambia 2003 zu den afrikanischen Ländern, die die größte staatliche Entwicklungshilfe aus Deutschland erhielten. Pro Kopf waren es 19,7 Euro, fast das Niveau von Namibia. Sambia gehört zu den Schwerpunktpartnerländern Deutschlands. Im Zentrum der Förderung stehen die folgenden Bereiche: Wasser, Dezentralisierung und ländliche Entwicklung, gute Regierungsführung und Zivilgesellschaft. Die EU-Unterstützung belief sich 2003 auf 87,4 Millionen Euro. 2002 erhielt Sambia Entwicklungshilfe in Höhe von 640,6 Millionen Dollar, etwa 60 Dollar je Einwohner. Das entsprach fast einem Sechstel des Prokopfeinkommens.

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