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Sambia
Ziel 2: Verwirklichung der allgemeinen Primarschulbildung
1990 gingen 80% aller Kinder im Grundschulalter in eine Schule, im Jahre 2003 waren es nur noch 76%. Immerhin erhöhte sich der Anteil der Kinder, die eingeschult worden waren und die siebte Klasse abschlossen, von 64 auf 73%. Als Gründe für den zurückgehenden Schulbesuch trotz der Abschaffung der Gebühren für die Grundschulen im Jahre 2002 wurden 2003 in einem offiziellen Bericht zum Stand der Erreichung der Millenniumsziele die Verschlechterung der Qualität des Unterrichts, die schlechte Infrastruktur der ländlichen Schulen und die HIV/AIDS-Pandemie sowie die sinkende Zahl der Lehrer als Folge von AIDS genannt. Allein 1998 starben 800 Lehrerinnen und Lehrer an AIDS. Es wird befürchtet, dass diese Zahl weiter steigen wird. Eine Weltbank-Studie zu Sambia kam 2005 zum Ergebnis, dass 60% der Abwesenheit von Lehrern vom Unterricht durch eigene Krankheiten oder Krankheiten von Familienmitgliedern verursacht werden, die in Zusammenhang mit AIDS stehen. Der zurückgehende Schulbesuch von Kindern wird auch dadurch verursacht, dass mehr als eine halbe Million Kinder im Schulalter arbeiten, um das karge Familieneinkommen etwas aufzubessern. 75.000 Kinder haben kein Zuhause mehr und leben auf den Straßen der Städte.
Um so schwerer wiegt die Debatte, die im November 2004 um die Auflagen des Internationalen Währungsfonds für den Bildungsbereich geführt wurde. Die "Global Campaign for Education" warf dem IWF in einer Studie vor, er verhindere mit seinen Auflagen die Einstellung von 8-9.000 gerade ausgebildeten Lehrern. Dagegen wehrte sich der IWF-Direktor für Außenbeziehungen, Thomas Dawson, in einem offenen Brief. Die Regierung Sambias habe die Gehälter der Staatsangestellten drastisch erhöht und dadurch das Staatsdefizit vergrößert. Der IWF und die Regierung hätten sich daraufhin auf eine Begrenzung des Gehaltsvolumens verständigt. Dies habe zur Konsequenz gehabt, dass einige Ministerien keine neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einstellen konnten. Die Regierung habe Angestellte in anderen Arbeitsbereichen eingestellt, nicht aber Lehrer. Es ist von außen nicht möglich, Behauptungen und Gegenbehauptungen zu klären. Der Kritik des IWF an Gehaltserhöhungen ist entgegenzuhalten, dass ein Lehrer oder eine Lehrerin seit der Erhöhung etwa 90 Dollar im Monat verdienen, nach Berechnungen eines katholischen Forschungsinstituts belaufen sich aber allein die Kosten für eine monatliche Versorgung mit Grundnahrungsmitteln auf 111 Dollar. Immerhin gab das Bildungsministerium im Juni 2005 bekannt, dass 7.500 statt ursprünglich 5.000 Lehrer eingestellt würden.
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