|
|
Namibia
Ziel 7: Sicherung der ökologischen Nachhaltigkeit
Der größte Teil der namibischen Bevölkerung hängt von der Landwirtschaft ab, vor allem von einer extensiven Viehzucht. Nur 1% der Fläche des Landes dient dem Ackerbau. Die landschaftliche Schönheit Namibias trägt entscheidend dazu bei, dass jedes Jahr etwa eine Million Touristen ins Land kommen. Dies ist ein wichtiger Wirtschafts- und Beschäftigungsfaktor.
Namibias Ökosysteme werden durch eine zunehmende Abholzung und Überweidung beeinträchtigt, verbunden mit einer Ausweitung der Wüstengebiete. Bedeckten Waldgebiete 1990 noch 10,7% der Fläche Namibias, so waren es 2001 nur noch 9,8%. Die Biodiversität Namibias ist bedroht, aber auch die wirtschaftlichen Folgen der Kombination von Klimaveränderungen und menschlichen Eingriffen sind bedenklich, vor allem in der Landwirtschaft. Die Selbstversorgung der ländlichen Bevölkerung ist bedroht, und es besteht die Gefahr, dass die Mangelernährung in Teilen des Landes zunimmt. Die Klimaveränderungen im Südlichen Afrika erschweren alle Bemühungen, der "Verwüstung" des Landes entgegenzutreten. Eine Untersuchung der Universität Oxford kam 2005 zum Ergebnis, dass die Kalahri-Region in den kommenden Jahrzehnten heißer und trockener werden wird. Verbunden mit der Übergrasung droht dies dazu zu führen, dass die Dünen ihre Stabilität verlieren und in Bewegung kommen, mit verheerenden Folgen für die an die Wüsten angrenzenden Gebiete. David Thomas von der Universität Oxford sagte hierzu: "Es wird sehr viel schwieriger für die Menschen werden, ihr Vieh am Leben zu halten und auf Dauer sesshaft in der Kalahari zu existieren." Durch die Bewahrung der Wasservorräte und das Pflanzen von Bäumen könne der Prozess aber verlangsamt werden.
Zum Zeitpunkt der Unabhängigkeit 1990 hatte nur 43% der ländlichen Bevölkerung Zugang zu sauberem Wasser. 2001 waren dies bereits 80%, und bis 2015 will die Regierung 87% erreichen. Das Ziel einer Halbierung der Zahl der Menschen ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser ist also erreicht. Es gibt aber große regionale Unterschiede. In den Städten haben mehr als 98% der Menschen Zugang zu Wasser. Die Abwasserentsorgung ist in einem wesentlich schlechteren Zustand. Bei der Unabhängigkeit verfügten nur 15% der ländlichen Bewohner über eine zumindest grundlegende sanitäre Entsorgung, bis 2001 war dieser Wert nur auf 21% gestiegen. Angestrebt werden bis 2015 65%. In den städtischen Gebieten ist der Grad des Anschlusses an eine sanitäre Entsorgung von 1991 bis 2001 als Folge der raschen Urbanisierung sogar von 89% auf 82% gesunken. Um den angestrebten Anschlussgrad von 98% bis 2015 zu erreichen, sind noch große Investitionen erforderlich, zumal ein weiteres rasches Wachstum der Städte erwartet wird. Eine landesweite Halbierung der Zahl der Menschen ohne sanitäre Entsorgung von 1990 bis 2015 erscheint möglich.
|
 |
|