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Namibia
Ziel 6: Bekämpfung von HIV/AIDS, Malaria und anderen Krankheiten
Im Jahre 1986 wurden die ersten vier Fälle von HIV/AIDS in Namibia bekannt. Ende 2003 lebten bereits 136.000 Menschen mit HIV/AIDS. Seit Mitte der 1990er Jahre ist AIDS die wichtigste Todesursache. Im Jahre 2005 werden etwa 24.000 Menschen an dieser Krankheit sterben, alle 20 Minuten ein Mensch. Nach Berechnungen des "Namibia Network of AIDS Service Organisations" hat sich die Zahl der Menschen mit HIV/AIDS bis zum Frühjahr 2005 auf fast 215.000 erhöht. Namibia ist damit eines der fünf Länder der Welt, die am stärksten von der Krankheit betroffen sind. Von 1991 bis 2001 hat sich die durchschnittliche Lebenserwartung von 59 auf 48 Jahre vermindert. Es gibt gegenwärtig etwa 100.000 Waisenkinder, von denen die meisten ihre Eltern durch AIDS verloren haben. Bis 2021 wird eine Erhöhung der Zahl der Waisenkinder auf 250.000 befürchtet. Das Internationale Rote Kreuz hat die Ausbreitung der Krankheit im Grenzgebiet von Nordnamibia und Botswana untersucht und ist Anfang 2005 zum Ergebnis gekommen, dass auf der namibischen Seite fast 40% der Erwachsenen zwischen 15 und 49 Jahren HIV positiv oder bereits an AIDS erkrankt sind, im Landesdurchschnitt waren es 2004 17,3% der Menschen.
Die AIDS-Aufklärung der Regierung und zahlreicher Nichtregierungsorganisationen zeigt Wirkung. Im Jahre 2000 verfügten 86% der Bevölkerung über zutreffende Informationen über die Krankheit und die Übertragungswege. Es gibt umfassende Konzepte der Prävention, Behandlung und Pflege von Erkrankten. Eine Zurückdrängung der Krankheit oder zumindest eine Begrenzung auf das jetzige Niveau bis 2015 wäre ein beachtlicher Erfolg und würde u.a. den Ausbau des Gesundheitswesens und die Verfügbarkeit preiswerter Medikamente erfordern. Im Februar 2005 erhielten 10.620 Personen antiretrovirale Medikamente, bis 2007 ist angestrebt, diese Zahl auf 25.000 zu erhöhen. Wenn man davon ausgeht, dass die Zahl der Menschen, die mit HIV/AIDS leben, bis dahin noch ansteigt, kommen 2007 nur etwa 10% der Betroffenen in den Genuss der lebensverlängernden Medikamente.
Mehr als die Hälfte der namibischen Bevölkerung lebt in Malaria-gefährdeten Gebieten. Für Kinder unter fünf Jahren ist Malaria die wichtigste Todesursache. Besonders von der Krankheit betroffen sind wirtschaftlich arme Regionen Nordnamibias, die durch die Folgen der Krankheit noch ärmer werden. Als eine Maßnahme soll die Verwendung von mit Insektiziden behandelten Moskitonetzen stärker gefördert werden. Mit solchen Schritten kann das Millenniumsziel erreicht werden, die Ausbreitung der Krankheit zum Stillstand zu bringen und sie allmählich zurückzudrängen.
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