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Mosambik
Ziel 8: Aufbau einer weltweiten Entwicklungspartnerschaft
Mosambik gehört zu den 18 Ländern, denen die G8-Staaten im Juni 2005 die Schulden bei Internationalem Währungsfonds, Weltbank und Afrikanischer Entwicklungsbank in Höhe von insgesamt etwa 700 Millionen Dollar erlassen haben. Vorher hatte der Schuldendienst Mosambiks 57 Millionen Dollar im Jahr betragen. Nach Angaben von Präsident Armando Guebuza wird auf diese Weise das Volumen der Auslandsschulden Mosambiks um 47% vermindert. Er kündigte an: "Das Geld, das wir sparen, wird für den sozialen Bereich eingesetzt werden: für Bildung, für den Zugang der Menschen zu Trinkwasser und für das Gesundheitswesen." Silvestre Baessa von der Nichtregierungsorganisation "Schulden-Gruppe Mosambik" erklärte nach dem G8-Treffen: "Der Schuldenerlass muss verbunden werden mit einer Erhöhung der Entwicklungshilfe, besseren Terms of Trade sowie ‚good governance’ in Mosambik." Organisationen der Zivilgesellschaft beklagten, dass sie zu wenig an den Entscheidungen über die Verwendung von Entwicklungshilfegeldern beteiligt werden und dass ein Teil der Mittel durch Korruption verloren gehe. Silvestre Baessa zeigt sich aber optimistisch, dass die neue Regierung auf diesem Gebiet Fortschritte erzielen werde. Es muss sich allerdings noch zeigen, ob der Schuldenerlass eine größere positive Wirkung zeigt als die parallelen negativen Auswirkungen des Wegfalls der bevorzugten Zugangs Mosambiks zum europäischen Zuckermarkt.
Auch der Internationale Währungsfonds hat Vertrauen in die Regierung Mosambiks und stellte im Juni 2005 einen Kredit in Höhe von 2,4 Millionen US-Dollar zur Verfügung, verbunden mit verschiedenen Forderungen an die Regierung, u.a. die Erhöhung der Steuereinnahmen. Die Vergabe von IWF-Krediten ist üblicherweise ein Anlass auch für andere Kreditgeber, ein Land als kredit- und unterstützungswürdig einzuschätzen. Auch für die EU ist Mosambik ein "Musterschüler". Als EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso Ende Juni 2005 Maputo besuchte, betonte er, Mosambik "ist ein erfolgreicher Fall für die Verwendung von Entwicklungsgeldern". Kurz darauf unterzeichneten die Regierungen von Mosambik und Deutschland einen Vertrag über die Bereitstellung von 20,5 Millionen Euro Entwicklungshilfegeldern zur Armutsbekämpfung mit den Schwerpunkten Grundschulbildung, Berufsausbildung, ländliche Entwicklung, Kleinkreditprogramme und HIV/AIDS-Bekämpfung.
Mosambik gehört zu den Schwerpunktpartnerländern der staatlichen deutschen Entwicklungszusammenarbeit. 2003 betrug die Hilfe 33,6 Millionen Euro, 1,8 Euro je Einwohner. Schwerpunkte der Zusammenarbeit sind ländliche Entwicklung, Bildung und Wirtschaftsentwicklung. Aus EU-Mitteln erhielt Mosambik 2003 81,1 Millionen Euro. 2002 wurden Mosambik insgesamt 2.057,6 Millionen Dollar Entwicklungsmittel zur Verfügung gestellt, 111 Dollar je Einwohner. Mosambik hängt bei der Finanzierung seines Staatsetats zu etwa 75% vom Ausland ab.
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