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Mosambik
Ziel 1: Beseitigung der extremen Armut und des Hungers
Annährend 70% der Bevölkerung Mosambiks leben nach offiziellen Maßstäben in Armut. Dabei gibt es große regionale Unterschiede. In der Hauptstadt Maputo ist weniger als die Hälfte der Bevölkerung arm, in der Provinz Sofala sind es fast 88%. Dabei ist zu berücksichtigen, dass in Mosambik 0,40 US-Dollar am Tag als Armutsgrenze gelten, also deutlich weniger als der international verwendete Wert von 1 US-Dollar. Ziel ist es, den Anteil der Armen an der Bevölkerung bis 2010 auf 50% zu vermindern. Dafür ist ein jährliches Wirtschaftswachstum von mindestens 8% notwendig. Gleichzeitig ist eine Umverteilung von Einkommen und Reichtum zugunsten der Armen erforderlich. Wie schwierig dies ist, zeigte sich Ende Juni 2005 bei der Debatte um die Erhöhung der Mindestlöhne. Die Regierung erhöhte sie um 14%, wobei die Unternehmer gefordert hatten, eine Steigerung von nicht mehr als 10,5% festzulegen, die Gewerkschaften dagegen mehr als 16% anstrebten. Francisco Mazoio, der Sprecher des größten Gewerkschaftsverbandes, wies darauf hin, dass die Mindestlöhne nicht einmal die Hälfte des Grundbedarfs einer typischen Familie abdecken würden. Angesichts der sehr hohen Arbeitslosigkeit haben die Gewerkschaften nur geringe Aussichten, Löhne oberhalb der staatlich festgesetzten Mindestlöhne durchzusetzen. Die "working poor", in Westeuropa ein relativ neues Phänomen, sind in Mosambik schon die Regel. Eine ausführliche Wirtschaftsanalyse der Nachrichtenagentur afrol-News trug deshalb die Überschrift "Mozambique: growth with poverty". In dem Beitrag heißt es u.a.: "Ein starkes Wachstum des Bruttosozialprodukts geht einher mit einer zermürbenden Armut des größten Teils der Bevölkerung." Um das Millenniumsziel der Halbierung der Zahl der Armen bis 2015 zu erreichen, ist eine Verminderung des Anteils der armen Bevölkerung auf 44% erforderlich.
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