Madagaskar
Ziel 7: Sicherung der ökologischen Nachhaltigkeit
Madagaskar hat sich vor etwa 150 Millionen Jahren vom afrikanischen Kontinent gelöst. Das hatte zur Folge, dass sich hier eine große Zahl von Tier- und Pflanzenarten entwickelte. Weit mehr als die Hälfte der Pflanzen- und Tierarten der Insel kommen nirgends sonst auf der Welt vor. Obwohl Madagaskar lediglich 1,9% der Fläche Afrikas einnimmt, finden sich hier 25% aller Pflanzenarten des Kontinents. So gibt es hier mehr Orchideen als auf dem ganzen übrigen Kontinent, ebenso etwa 3.000 Schmetterlingsarten. Seit einigen Jahren ist Madagaskar deshalb zu einem wichtigen Reiseziel für den Natur- und Ökotourismus geworden. 2005 wurde der natürliche Reichtum der Insel durch den Animationsfilm "Madagascar" weltweit bekannt.
Aber dieses "Paradies" ist bedroht. Nach Berechnungen der Umweltschutzorganisation WWF hat Madagaskar bereits mehr als 80% seiner Waldflächen verloren. Allein zwischen 1960 und 2000 halbierte sich die Waldfläche. Jedes Jahr werden weitere 200.000 ha Wald zerstört. Ursachen sind u.a. der Bedarf an Feuerholz und die Erweiterung der landwirtschaftlichen Flächen für eine rasch wachsende Bevölkerung durch Brandrodung. Folgen sind u.a. Bodenerosion und eine negative Veränderung von Wasserhaushalt und lokalem Klima. Die gegenwärtige Regierung hat zwei Drittel der verbliebenen Waldgebiete unter Naturschutz gestellt, doch fällt es schwer, die Einhaltung dieser Maßnahme zu überwachen.
Dank der Umwelterziehung durch Regierungsstellen und Organisationen wie WWF wächst aber das öffentliche Bewusstsein dafür, wie wichtig die Wälder für das ökologische Gleichgewicht der Insel sind. Umstritten zwischen Umweltschützern und Regierung ist ein großes Bergbauprojekt in einem der wenigen verbliebenen Urwaldregionen. Während der britische Rio Tinto-Konzern und die Regierung auf neue Arbeitsplätze und höheres Wirtschaftswachstum verweisen, fürchten die Umweltschützer, dass rund um das Bergbaugebiet die natürliche Flora und Fauna vernichtet wird.
1990 hatten 40% der Einwohner Zugang zu einer sauberen und nachhaltigen Wasserquelle, 2002 waren es 45%. Diese Zuwachsrate reicht nicht aus, um bis 2015 das Millenniumsziel der Halbierung der Zahl der unversorgten Menschen zu erreichen. Zudem hat die Einführung von Wassergebühren in den Städten die Hürde für die arme Bevölkerung noch deutlich erhöht, in das Versorgungsnetz einbezogen zu werden. Die sanitäre Situation hat sich stärker verbessert, allerdings von einem sehr niedrigen Ausgangsniveau. Waren 1990 nur 12% der Menschen an ein sanitäres System angeschlossen, so betrug dieser Wert 2002 immerhin 33%.
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