Die Millenniums-Entwicklungsziele
im Südlichen Afrika



Kongo, Demokratische Republik

Ziel 3: Förderung der Gleichheit der Geschlechter und Ermächtigung der Frauen

Beim "Gender-Related Development Index" kommt die DR Kongo auf Platz 131 von 140 berücksichtigten Ländern. Bei Überfällen und Kampfhandlungen kommt es zu zahllosen Vergewaltigungen. Dies geschieht auch in den Regionen, aus denen in den internationalen Medien nicht über Kampfhandlungen berichtet wird. So erreichte ein Team von "Ärzte ohne Grenzen" im Juli 2005 das Dorf Sonja im Südosten des Kongo und musste feststellen, dass fast alle Frauen vergewaltigt worden waren und alle Hütten niedergebrannt wurden. Dass auch UN-Blauhelmsoldaten an Sex mit Minderjährigen und Vergewaltigungen beteiligt waren, hat die Weltöffentlichkeit erschüttert.

Unzählige Frauen im Kongo werden bei Vergewaltigungen mit HIV/AIDS infiziert. Der katholische Pfarrer P. Drago Gveric, der im Osten des Kongo arbeitet, sagte im Frühjahr 2005 über die Lage in Süd-Kivu: "Unser Land gleicht einem Schiff, das in schwerer See ohne Steuer dahintreibt. Menschenleben sind so gut wie wertlos. Am schwierigsten ist die Lage im Osten des Landes ... Die Opfer sind in der Regel die Schwächsten: Kinder und Frauen. 40% der Soldaten sind Kinder. Offiziell existieren sie nicht. Frauen und Mädchen werden regelmäßig in die Wälder verschleppt, missbraucht und wieder zurückgeschickt, wenn sie überlebt haben; sie werden dann von allen verachtet." Inzwischen wird eine zunehmende Zahl von Frauen und Mädchen entführt und vergewaltigt, um von den Familien Lösegeld zu erpressen. In einem Beitrag des "ai Journal" vom Juli 2005 ist nachzulesen: "Zehntausende Frauen und Mädchen wurden im Verlauf des seit zehn Jahren andauernden blutigen Konflikts Opfer systematischer sexueller Gewalt. Amnesty International geht von 40.000 bislang allein im Ostkongo dokumentierten Fällen von Vergewaltigungen und anderen sexuellen Angriffen aus." Ermutigendes berichtete Andrea Böhm im März 2005 in der "Zeit" aus dem Osten des Kongo: "Allen Widrigkeiten zum Trotz haben die ersten Frauen ihre Vergewaltiger vor Gericht gebracht – wenn es denn in ihrer Umgebung eine Gerichtsbarkeit gab. Dafür standen ihnen Kirchengruppen wie das Centre Olame in Bukavu oder Frauenorganisationen wie PAIF (Promotion et Appui aux Initiatives Feminines) in Goma zur Seite."

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