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Kongo, Demokratische Republik
Ziel 1: Beseitigung der extremen Armut und des Hungers
Das jährliche Prokopfeinkommen der mehr als 55 Millionen Einwohner der Demokratischen Republik Kongo betrug 2003 lediglich etwa 100 Dollar, nach Weltbank-Berechnungen der weltweit niedrigste Wert. Selbst im Bürgerkriegsland Sierra Leone ist das Prokopfeinkommen 50% höher und im von Dürrekatastrophen betroffenen Niger doppelt so hoch. 2001 erhielten drei Viertel der Bevölkerung keine ausreichende Ernährung, geht aus Schätzungen der Weltbank hervor. Organisationen wie das "International Rescue Committee" gehen davon aus, dass der weitaus größte Teil der mehr als drei Millionen Opfer des Bürgerkrieges in den Jahren 1998 bis 2004 nicht erschossen wurde, sondern verhungert ist oder Opfer von durch den Krieg massiv ausgebrochenen Krankheiten wurde. 2003/2004 sollen es 98% gewesen sein. Mit der begonnenen Demobilisierung von Milizen entstehen neue Aufgaben für die internationale Nahrungsmittelhilfe. Das "World Food Programme" der FAO versorgt demobilisierte Kämpfer und ihre Familien mit Lebensmitteln, aus Finanzgründen allerdings nur mit einer Ration für einen Monat. Ob mit einer so begrenzten Unterstützung ein nennenswerter Beitrag zur Entmilitarisierung und Wiedereingliederung geleistet werden kann, muss offen bleiben. Das "World Food Programme" muss gleichzeitig andere Bevölkerungsgruppen unterstützen, darunter etwa 400.000 Flüchtlinge, die aus Nachbarländern zurückgekehrt sind. Auch hat sich das WFP zum Ziel gesetzt, 350.000 unterernährte Kinder mit zusätzlicher Nahrung zu versorgen. Gemessen an den Aufgaben des Programms stellt sich die Frage, ob eine größere finanzielle Unterstützung dieser Arbeit durch westliche Regierungen nicht dringend geboten wäre. Zwar sichert die Nahrungsmittelhilfe nicht die langfristige Politik zur Erreichung der Millenniumsziele, aber sie hilft denen zu überleben, die von der Erreichung der Ziele einmal profitieren sollen.
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