Die Millenniums-Entwicklungsziele
im Südlichen Afrika



Kongo, Demokratische Republik

Die sehr schlecht vorbereitete und übereilt durchgeführte Unabhängigkeit des Kongo nach Jahrzehnten der Ausplünderung und Vernachlässigung durch die belgischen Kolonialherren hat das Land 1960 in ein Chaos gestürzt, das dadurch verstärkt wurde, dass viele ausländische Regierungen und Unternehmen intervenierten, um sich den Zugriff auf die riesigen Rohstoffvorkommen des Landes zu sichern. Aus den kriegerischen Auseinandersetzungen ging 1965 General Mobutu als Sieger hervor, der das Land mehr als drei Jahrzehnte ausplünderte und die Bevölkerung brutal unterdrückte. Vor und nach seinem Sturz 1997 kam es zu einem Bürgerkrieg, in den vor allem Nachbarländer wie Uganda und Ruanda eingegriffen haben, aber auch weiter entfernte Länder wie Simbabwe. Viele ausländische Unternehmen sicherten sich die Rohstoffe des Landes durch eine Zusammenarbeit mit der bewaffneten Gruppierung, die gerade das betreffende Gebiet beherrschte. Mitte 2003 konnte eine Übergangsregierung mit Vertretern der Mehrzahl der regional herrschenden Milizen und Armeen in Kinshasa gebildet werden. Dies hat die Kampfhandlungen aber nicht beendet, und besonders im Osten des Kongo kommt es immer wieder zu Gefechten zwischen rivalisierenden bewaffneten Gruppierungen. Die für den Sommer 2005 geplanten Wahlen wurden von der Regierung verschoben, was von der politischen Opposition kritisiert und mit Protestdemonstrationen beantwortet wurde. Dies und vor allem der internationale politische Druck veranlassten die Regierung dazu, für das Jahr 2006 allgemeine Wahlen vorzusehen.

Viele Einwohner der DR Kongo setzen große Hoffnungen in diese ersten freien Wahlen seit der Unabhängigkeit. Ein "Zeit"-Korrespondent hörte Anfang 2005 von der 27-jährigen Biochemikerin Audrey Siyapata: "Nach den Wahlen wird alles besser, es wäre nicht gut, sie zu verschieben." In Bukavu sprach der Journalist niemanden, der dieses Ereignis nicht sehnsüchtig erwartete.63 Ein weiteres Indiz für dieses Interesse ist, dass viele der mehr als 150.000 kongolesischen Flüchtlinge in Tansania möglichst rasch in ihre Heimat zurückkehren wollen, um sich für die Wahlen registrieren zu lassen.

Der jahrzehntelange Krieg hat dazu geführt, dass der rohstoffreiche Kongo beim "Human Development Index" auf Platz 167 von 177 bewerteten Ländern gerutscht ist. Die Lebenserwartung betrug 2003 lediglich 43,1 Jahre, in der ersten Hälfte der 1970er Jahre waren es noch 46 Jahre gewesen. 

UNDP-Daten zu den Millenniumszielen in der Demokratischen Republik Kongo:
Zusatzinfo 1
Zusatzinfo 2

Weltbank-Daten zu den Millenniumszielen in der Demokratischen Republik Kongo:
Zusatzinfo 3

Weitere ausführliche Informationen zur DR Kongo finden Sie auf der Webseite der Informationsstelle Südliches Afrika.

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