Die Millenniums-Entwicklungsziele
im Südlichen Afrika



Angola

Ziel 8: Aufbau einer weltweiten Entwicklungspartnerschaft

Es ist Angola seit dem Ende der Kampfhandlungen gelungen, beachtliche Auslandsinvestitionen ins Land zu holen. 2003 waren es 1,4 Milliarden Dollar, der weitaus höchste Wert im Südlichen Afrika (Südafrika: 762 Mio. Dollar). Diese Investitionen sind auf die Rohstoffgewinnung (insbesondere Erdöl) sowie auf die Hauptstadt Luanda konzentriert. Das vergrößert die regionalen Unterschiede noch und verstärkt die Landflucht. Luanda, ursprünglich für eine halbe Million Menschen gebaut, hat inzwischen mehr als vier Millionen Einwohner. So errichtet z.B. auch Volkswagen ein Montagewerk in einem Vorort von Luanda und tätigt hier einen Großteil seiner angekündigten Investitionen von 48 Mio. Dollar.

Der Telekommunikationsbereich bedarf dringend der Förderung. Von 1.000 Einwohnern verfügten 2002 nur 6 über ein Telefon und 9 über ein Mobiltelefon, wobei die regionalen Unterschiede sehr groß sind. Ließe man Luanda unberücksichtigt, würde das ganze Ausmaß der Abkoppelung großer Teile Angolas von der modernen Kommunikation deutlich. Es wird mittlerweile viel Geld in den Mobiltelefonbereich investiert, weil hier große Geschäfte erwartet werden. Allein das führende Mobilfunkunternehmen Unitel erzielte 2004 Einnahmen von 240 Mio. US$ und konnte die Zahl seiner Kundinnen und Kunden auf 540.000 verdoppeln.

Die Auslandsverschuldung Angolas sinkt dank der steigenden Einnahmen aus den Erdöl- und Diamantenexporten. Belief sie sich 2003 noch auf 8,4 Mrd. Dollar, so verminderte sie sich im folgenden Jahr auf 7,9 Mrd. Dollar. Mangels eines international koordinierten Prozesses der Entschuldung bemüht die angolanische Regierung sich mit einigem Erfolg, bilateral zu Übereinkommen über eine Rückzahlung von Auslandsschulden zu kommen, wobei das Land Altschulden bar bezahlt und dafür Konzessionen im Blick auf die Höhe der Rückzahlungen erhält, so zum Beispiel in Verhandlungen mit Portugal, Ungarn, Polen und Deutschland. Angola konnte erreichen, dass die Auslandschulden 2004 nur noch knapp halb so hoch wie das jährliche Sozialprodukt waren, 2001 hatten sie noch die Höhe des Sozialprodukts.

Das Verhältnis der angolanischen Regierung zu westlichen Entwicklungshilfeministerien, Weltbank und Internationalem Währungsfonds war in den letzten Jahren von Spannungen geprägt. So forderten die finanzierenden Stellen, dass die Gelder, die durch das Ende des Krieges frei geworden sind, gezielt zur Armutsbekämpfung eingesetzt werden. Außerdem gibt es Kritik an der unzureichenden Transparenz über die Höhe der Erlöse aus dem Erdölverkauf und deren Verwendung. Deshalb herrscht Zurückhaltung bei der Bewilligung neuer Kredite oder Gelder für Entwicklungsvorhaben. Der größte Teil der bewilligten Gelder fließt in humanitäre Hilfsmaßnahmen für den Wiederaufbau.

Die Ambivalenz im Blick auf die Rolle internationaler Finanzierungseinrichtungen besteht darin, dass einerseits ein höherer Grad von Transparenz objektiv erforderlich ist, andererseits die Frage gestellt werden muss, welche Legitimität eine Institution wie der Internationale Währungsfonds hat, Maßnahmen der Regierung einzufordern, bevor neue langfristige Hilfe bereitgestellt wird. Über einen Besuch des stellvertretenden Managing Direktors des Internationalen Währungsfonds in Luanda im November 2004 schrieb die Nachrichtenagentur "afrol-News": "Herr Takatoshi machte aber klar, dass der IWF mehr Einfluss auf die angolanische Wirtschaft im Gegenzug für Hilfe erhalten will." Die Regierung Angolas sei u.a. aufgefordert worden, den IWF zu konsultieren, bevor Entscheidungen in Fragen des Wirtschaftsmanagements getroffen würden. Kritiker des IWF können auf die vielen Ratschläge des Währungsfonds in Ländern des Südens verweisen, die zu wirtschaftlichen Katastrophen geführt haben, die zulasten des armen Teils der Bevölkerung gingen. Aber es stellen sich auch grundlegende Fragen zur Rolle von Institutionen wie des IWF, auf die im zweiten Teil der Studie eingegangen wird.

Angola erhielt 2003 11,9 Millionen Euro deutsche Entwicklungshilfe, das ist weniger als ein Euro pro Kopf der Bevölkerung. Angola gehört im Gegensatz zu Mosambik nicht zu den Schwerpunktpartnerländern deutscher Hilfe. Aus EU-Mitteln erhielt Angola 2003 59,9 Millionen Euro. Die gesamten Entwicklungsgelder für Angola betrugen 2002 421,4 Millionen Dollar, 32 Dollar je Einwohner.

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