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Angola
Ziel 1: Beseitigung der extremen Armut und des Hungers
2003 betrug das durchschnittliche Prokopfeinkommen 760 Dollar, ein mittlerer Wert im Vergleich mit den übrigen SADC-Ländern. Aber dieses Einkommen ist sehr ungleich verteilt. Extremem Reichtum steht extreme Armut gegenüber. Genauere Statistiken liegen nicht vor. Bekannt ist, dass 68% der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze leben. Nach offiziellen angolanischen Maßstäben liegt die Armutsgrenze bei einem Prokopfeinkommen von weniger als 1,70 US-Dollar. Besondere politische Brisanz gewinnt die Armut dadurch, dass 100.000 demobilisierte Kämpfer und ihre Familien sowie über 300.000 aus dem Ausland zurückgekehrte Flüchtlinge besonders stark betroffen sind. Viele von ihnen müssen feststellen, dass inzwischen andere Familien in ihren Häusern wohnen und ihre Felder bebauen. Oft fehlen Dokumente, um Eigentumsrechte zu beweisen. Dies bedeutet ein enormes Konfliktpotenzial für die Nachkriegsgesellschaft.
Der krasse Gegensatz von Arm und Reich trägt wesentlich zu einer hohen Jugendkriminalität bei, ebenso die hohe Arbeitslosigkeit. Der Taxifahrer Adre Azevedo fasste kürzlich die Stimmung so zusammen: "Es bewegt sich nichts in Angola, obwohl wir inzwischen Frieden haben. Nichts hat sich verändert, und die Leute langweilen sich und sind frustriert. Manche junge Leute nehmen Drogen." Er fügte hinzu: "Diese Jugendlichen haben keine Jobs, und die älteren unter ihnen fühlen sich isoliert und außen vor gelassen. Und wenn sie dann Leute sehen, die schicke Kleidung tragen, teure Autos fahren und mit den neuesten Handys Eindruck machen, möchten sie von diesem Leben auch etwas abbekommen."
Nach UNDP-Daten waren 1999/2000 49% der Einwohner Angolas unterernährt. Anfang der 1990er Jahre waren es 61% gewesen. Die Ernährungssituation hat sich in den letzten Jahren weiter verbessert. Demobilisierte Kämpfer und ihre Familien sowie aus dem Ausland zurückgekehrte Flüchtlinge gehören zu den wichtigsten Gruppen, die im Rahmen des "World Food Programme" mit Lebensmitteln versorgt werden. Insgesamt betrug die Zahl der Menschen, die Nahrungsmittelhilfe erhielten, Mitte 2005 700.000. Der Bedarf war weit größer, aber die unzureichenden Mittel des UN-Programms ließen mehr Unterstützung nicht zu. Es ist wahrscheinlich, dass Angola die Zahl der Hungernden weiter drastisch vermindern kann, wenn der Frieden im Land stabil bleibt und das Minenräumprogramm weiter vorankommt, sodass mehr Familien ihre Felder bearbeiten können, ohne um ihr Leben fürchten zu müssen.
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