Gender-Related Development Index

Das UN-Entwicklungsprogramm UNDP veröffentlich einmal jährlich einen "Human Development Index" (siehe unten), mit dem die Lebensqualität nach bestimmten Indikatoren bewertet wird. Dabei bleiben Fragen der Geschlechtergerechtigkeit und der Lebenssituation von Frauen im Vergleich zu der von Männern unberücksichtigt. Deshalb wird seit 1995 zusätzlich ein "Gender-Related Development Index" zusammengestellt, der die gleichen Gesichtspunkte wie der "Human Development Index" berücksichtigt, sie aber im Blick auf die Geschlechtergerechtigkeit analysiert. Je größer die Kluft der Lebensqualität von Frauen und Männern ist, desto niedriger fällt die Bewertung aus. Ergänzend dazu gibt es den Bewertungsmaßstab "Gender Empowerment Measure", der zum Beispiel berücksichtigt, wie hoch der Frauenanteil im nationalen Parlament ist.

 

Human Development Index

Einmal im Jahr stellt die UN-Entwicklungsorganisation UNDP (siehe unten) einen Index auf, mit dem messbare Dimensionen menschlicher Entwicklung für mehr als 170 Länder bewertet werden. Berücksichtigt werden Lebenserwartung, Grad des Schulbesuchs, Alphabetisierung und Einkommen. Der "Human Development Index" (HDI) berücksichtigt viele weitere Faktoren nicht, die die Qualität des Lebens beeinflussen, z.B. die Möglichkeiten zur politischen Partizipation oder die Gleichberechtigung von Frauen und Männern. Vgl. auch "Human Poverty Index" und "Gender-Related Development Index".

Human Poverty Index

In Ergänzung zum "Human Development Index" (siehe oben) stellt das UN-Entwicklungsprogramm UNDP einmal jährlich in einem Index die Lebensqualität der ärmsten und am stärksten benachteiligten Gruppen der Bevölkerung dar. Beim "Human Poverty Index" werden Lebenserwartung, Zugang zu einer Gesundheitsversorgung, Bildungsmöglichkeiten und die Möglichkeit, ein bescheidenes, aber angemessenes Leben zu führen, berücksichtigt.

 

Internationaler Währungsfonds

Wie die Schwesterorganisation Weltbank wurde der Internationale Währungsfonds 1945 durch einen internationalen Vertrag gegründet. Der IWF ist die zentrale Institution zur Regelung des internationalen Zahlungsverkehrs, zur Verhinderung von Krisen des internationalen Währungssystems und zur Förderung der Weltwirtschaft mit den Instrumenten der internationalen Währungspolitik. Länder, die Zahlungsbilanzprobleme haben und hoch verschuldet sind, können zu Bedingungen, die der IWF festlegt, Kredite erhalten. Außerdem stellt der Währungsfonds den 184 Mitgliedsländern seine Expertise in Währungs- und Finanzfragen zur Verfügung. Zahlreiche hoch verschuldete Länder im Süden der Welt hängen von IWF-Krediten ab, zumal viele andere Kreditgeber sich daran orientieren, ob der Währungsfonds einem Land neue Kredite gewährt oder Schulden stundet. Die Bedingungen, die der IWF armen Staaten aufoktroyiert, sind heftig umstritten. Die Situation der armen Länder ist auch deshalb in den Verhandlungen mit dem IWF schwach, weil die Stimmrechte wie bei der Weltbank (siehe unten) auf die wirtschaftlich reichen Länder konzentriert sind.

 

SADC

Die "Southern African Development Community" wurde 1992 von den Staatschefs im Südlichen Afrika gegründet, um einen gemeinsamen Markt für die etwa 130 Millionen Menschen der Region zu schaffen. Der SADC gehören gegenwärtig Angola, Botswana, Demokratische Republik Kongo, Lesotho, Madagaskar, Malawi, Mauritius, Mosambik, Namibia, Sambia, Simbabwe, Südafrika, Swasiland und Tansania an. Zu den SADC-Zielen gehören die Förderung von Entwicklung, Wirtschaftswachstum, regionaler Zusammenarbeit, Frieden und Sicherheit im Südlichen Afrika.

 

UNCTAD

Die "United Nations Conference on Trade und Development" wurde 1964 gegründet, um eine entwicklungsfördernde Integration der Entwicklungsländer in die Weltwirtschaft zu unterstützen. Die UNCTAD-Konferenzen wurden zu wichtigen globalen Foren für die Länder des Südens, um ihre Forderung nach einer gerechteren Gestaltung der Weltwirtschaft vorzubringen und Konzepte zur Verwirklichung dieses Ziels zu diskutieren. In den letzten Jahren haben sich die internationalen Wirtschaftsdiskussionen stärker auf andere Ebenen verlagert, vor allem im Rahmen der Welthandelsorganisation WTO, während UNCTAD seine Rolle als globale Fachorganisation zur Erforschung und Diskussion von Entwicklungen im internationalen Handels-, Investitions- und Finanzsystem gefunden hat.

 

UNDP

Das "United Nations Development Programme" hat die Aufgabe, den Austausch von Wissen, Erfahrungen und Ressourcen zwischen den Mitgliedsländern der Vereinten Nationen zu fördern, um so ein besseres Leben für alle Menschen zu ermöglichen. UNDP ist mit Experten und Büros in vielen Ländern der Welt vertreten, um Entwicklungsprogramme zu beraten und zu fördern. Außerdem koordinieren die Büros die Arbeit verschiedener UN-Organisationen in den einzelnen Ländern. Es ist ein globales Entwicklungs-Netzwerk entstanden, das sich gegenwärtig darauf konzentriert, zum Erreichen der Millenniumsziele beizutragen. Der jährliche UNDP-"Human Development Report" gehört zu den wichtigsten Publikationen für die Diskussion von Entwicklungsfragen und für die Auswertung statistischer Daten zur globalen Entwicklung.

 

Weltbank

Die Weltbank ist eine gemeinsame Finanzierungs- und Entwicklungseinrichtung von 184 Staaten, die je nach Wirtschaftskraft ein sehr unterschiedliches Stimmrecht haben. Die USA verfügen über 16,41% des Stimmrechts, Deutschland über 4,49%. Zusammen haben die EU, die USA und Japan ein starkes Übergewicht in dieser internationalen Organisation. Die Weltbank stellt jedes Jahr Kredite von etwa 20 Milliarden Dollar für Projekte und Programme in den ärmeren Ländern der Welt zur Verfügung. Die Weltbank will damit laut Selbstdarstellung "die Kluft überwinden und Ressourcen reicher Länder in Wachstum in armen Ländern verwandeln". Ob dies den annähernd 10.000 Beschäftigten der Weltbank und ihrer Tochterunternehmen gelingt, ist stark umstritten.

 

Welthandelsorganisation

Die Welthandelsorganisation (World Trade Organisation – WTO) nahm am 1. Januar 1995 ihre Tätigkeit auf. Ziel ist die Förderung eines wachsenden Welthandels mit Waren, Dienstleistungen und geistigem Eigentum sowie das Schlichten von Streitfällen in den internationalen Handelsbeziehungen. Das Spektrum der WTO-Instrumente reicht von internationalen Konferenzen bis zur technischen Beratung einzelner Länder bei der Förderung ihres Außenhandels. Das Engagement der WTO für einen globalen "Supermarkt" ohne Zölle und andere Handelshemmnisse stößt bei Globalisierungskritikern auf Widerstand, vor allem weil befürchtet werden muss, dass die armen Länder zu den Verlierern dieses Liberalisierungsprozesses gehören.